Nachlass in der FAZ

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2017, Nr. 250, S. 38

Transatlantiker

Der Frankfurter Künstler Klaus Steinbrenner ist gestorben

Irgendwie ist er immer der kleine Steinbrenner geblieben. Dabei war der 1935 geborene, in Frankfurt-Praunheim aufgewachsene Bildhauer Klaus Steinbrenner nicht nur ein Bär von einem Mann. Er hat auch ein markantes, eigenständiges Werk vorzuweisen. Zwar bildete er nach seinem Studium an der Offenbacher Werkkunstschule zunächst mit seinem ungleich bekannteren Bruder Hans ein Künstlerpaar, das als solches auch auf der dritten Documenta vertreten war. Und in der Tat auch mag man in beider skulpturalem Werk – in der Konzentration auf Holz und Stein etwa als den bevorzugten Materialien – eine Reihe formaler Parallelen ausmachen.

Doch schon Anfang der sechziger Jahre trennten sich ihre künstlerischen Wege wieder. Während der als Maler wie als Bildhauer bekannte Hans (1928 bis 2008) in Frankfurt blieb und sein Werk bis heute in beider Geburtsstadt, in Frankreich oder Japan hohe Anerkennung genießt, wandte sich Klaus Steinbrenner zunächst der Architektur zu, ehe er Ende der sechziger Jahre nach Chicago ging, wo er bald schon seine erste Ausstellung hatte und blieb. In Europa war er seit Ende der sechziger Jahre dagegen kaum mehr mit seinem Werk präsent.

Anfang der neunziger Jahre richtete er sich ein Atelier an der südirischen Küste ein, wohin er im Jahr 2000 übersiedelte, nur um 2015 wieder zurück nach Amerika zu ziehen. Dort ist Klaus Steinbrenner, wie erst jetzt bekannt wurde, am 11. Oktober im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Fahrradunfalls gestorben.

schü.

Alle Rechte vorbehalten © Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main 
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte für F.A.Z.-Inhalte erwerben Sie auf www.faz-rechte.de